Risiko als Sachbestimmung und als Reflexionsbegriff

Society & HLRS
Risiko als Sachbestimmung und als Reflexionsbegriff

Dr. phil. Andreas Kaminski / HLRS

Der Vortrag bietet eine Einführung in die philosophische Beschäftigung mit Risiko, Technik und Simulation. Drei Fragen sind dabei leitend:

  1. Warum kommt dem Risikobegriff in der Moderne eine solche Bedeutung zu? Schließlich scheint unser Leben durch Technik und Wissenschaft zunehmend sicherer zu werden, während zugleich katastrophale Szenarien zunehmend in den Vordergrund drängen.
  2. Welche besondere Rolle spielen Hochtechnologien, also hochkomplexe Technologien mit Blick auf Risikofragen?
  3. Welchen Status haben die Simulationen von Hochtechnologien mit Blick auf Fragen der Risikobewertung – wenn es sich bei Simulationen selbst wiederum um eine Hochtechnologie handelt?

Eine Antwort auf diese Fragen wird ausgehend von der Unterscheidung zwischen Risiko als Sachbestimmung und als Reflexionsbegriff entwickelt. Von Risiken wird nämlich in zweierlei Sinne gesprochen. Einerseits betrachten wir Risiko wie die Eigenschaft einer Sache (etwa „Atomkraft ist riskant!“). Andererseits wird Risiko als Form begriffen, mittels derer eine Person Zukunftsungewissheit thematisiert – im Unterschied zu anderen, alternativen Formen (Schicksal, Zufall, Wagnis usw.). Werden Begriffe nicht als Sachprädikate, sondern als Bezugsweise zu einem Gegenstand verstanden, als Weise, wie jemand sein Verhältnis zu etwas konzipiert, wird von Reflexionsbegriffen gesprochen. Ebenso wird von Technik in zweierlei Sinne gesprochen: einerseits als Objektbestimmung (etwas ist technisch), andererseits reflexionsbegrifflich: etwas ist technisch, sofern wir mit Blick auf unsere Fähigkeiten darüber disponieren können.

Wird diese Parallele zwischen Risiko und Technik herausgearbeitet, dann entspringt daraus eine Antwort auf die eingangs genannten Fragen.