EMAS & ISO-Norms (German)

Zertifiziertes Umwelt- und Energiemanagement am HLRS

Im Februar 2020 hat das HLRS die EMAS-Urkunde erhalten, nachdem es bereits im November 2019 nach ISO 14 001 und ISO 50 001 zertifiziert wurde.

Das Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (kurz: EMAS – Eco-Management and Audit Scheme) wurde 1993 von den Europäischen Gemeinschaften entwickelt. Unternehmen und Organisationen sämtlicher Branchen und Größen können sich an EMAS beteiligen und dadurch ihre Umweltleistung verbessern. Die aktuelle Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009. EMAS ist eine bedeutende Säule für ein Nachhaltigkeitsmanagement und ist weltweit das anspruchsvollste System für nachhaltiges Umweltmanagement. Organisationen, die eine EMAS-Zertifizierung erhalten, verpflichten sich dazu, strenge Umweltstandards einzuhalten und ihre Umweltleistungen kontinuierlich zu verbessern und regelmäßig von einem zugelassenen Umweltgutachter prüfen zu lassen.

In der internationalen Norm DIN EN ISO 14 001 werden wie bei EMAS Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festgelegt und auch der kontinuierliche Verbesserungsprozess und das Entwickeln und Erreichen von Umweltzielen sind hier wichtige Kernthemen.

ISO 14001 ist zentraler Bestandteil von EMAS. Im Gegensatz zu EMAS legt die Norm jedoch keine absoluten Anforderungen für die Umweltleistung fest und die Veröffentlichung einer Umwelterklärung ist nicht verpflichtend. EMAS geht über die Anforderungen dieser Norm hinaus.

Die internationale Norm für Energiemanagementsysteme DIN EN ISO 50001 unterstützt Unternehmen und Organisationen aller Größen und Branchen beim Aufbau eines systematischen Energiemanagements. Hauptziele eines Energiemanagementsystems sind das Verbessern der Energieeffizienz und des Energieeinsatzes, das Senken des Energieverbrauchs sowie das Einhalten der gesetzlichen Anforderungen.

"Die Erlangung der EMAS-Urkunde, die Eintragung ins EMAS-Register und die Zertifizierungen nach ISO 14001 und ISO 50001 sind wichtige Errungenschaften und eine Investition in unsere Zukunft", sagte Prof. Michael Resch, Direktor des HLRS. "Höchstleistungsrechenzentren wie das HLRS benötigen zwangsläufig große Mengen an Energie und anderen Ressourcen für den Betrieb und die Kühlung der Maschinen. Angesichts des Klimawandels und anderer Bedrohungen für unsere Umwelt ist es unerlässlich, dass die HPC-Gemeinschaft alles in ihrer Macht Stehende tut, um ihre Umweltauswirkungen zu minimieren. Am HLRS hat unser gesamtes Personal unter der Leitung unseres Nachhaltigkeitsteams hart daran gearbeitet, eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie umzusetzen. Wir hoffen, dass die Erkenntnisse, die wir durch diesen Prozess gewonnen haben, ein Modell liefern werden, von dem auch andere HPC-Zentren profitieren könnten.

Die umfassenden Systeme für Umwelt- und Energiemanagement des HLRS decken alle Ebenen der Organisation ab und behandeln Themen wie Energieverbrauch, Ressourcenverbrauch und Entsorgung. Aktivitäten, die sich negativ auf die Umwelt oder die menschliche Gesundheit auswirken, sollen vermieden werden. Zu den Hauptschwerpunkten der HLRS-Nachhaltigkeitsbestrebungen gehören die Verringerung des Energieverbrauchs, die Minimierung von Abfällen, die Schonung von Ressourcen, die Berücksichtigung der Umweltauswirkungen bei allen Kaufentscheidungen, die Unterstützung von Forschungsarbeiten, die zu umfassenderen Nachhaltigkeitsgewinnen führen, und die Weitergabe der vom HLRS gewonnenen Erkenntnisse über die Managementsysteme für Umwelt und Energie an andere HPC-Zentren

Mehr zum Nachhaltigkeitsmanagement des HLRS finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht des HLRS und in der aktuellen Umwelterklärung.

Die Entwicklung des HLRS-Nachhaltigkeitskonzepts wurde durch Zuschüsse des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Rahmen eines Projektes mit dem Titel "Nachhaltigkeit in HPC-Zentren" und des Nachfolgeprojektes “Nachhaltigkeit in HPC-Zentren II" unterstützt. Die Projekte wurden in Kooperation mit der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg durchgeführt.