Bildungsinitiative

Die Bildungsinitiative des HLRS

Schneller Rechner und gründliche Denker:
Vom Knopfdruck zum Heureka

Die Digitalisierung ist extrem erfolgreich, Computer sind allgegenwärtig. Das gilt auch für die Schlüsseltechnologien im Bereich Simulation, Visualisierung und Data Analytics. Sie sind für Industrie und Forschung unersetzlich geworden und auf Knopfdruck verfügbar. Aber ihre Leistungen zu verstehen, ist viel schwieriger geworden. Digitalisierung ist eine Bildungsaufgabe geworden.

Das Bundeshöchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) agiert als eine der größten Forschungs-, Entwicklungs- und Serviceeinrichtungen der Bundesrepublik im Gebiet von Simulation, Visualisierung und Data Analytics. Damit verbindet es Schlüsseltechnologien des digitalen Zeitalters in exemplarischer Weise. Um diese digitale Revolution in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, hat sich das HLRS ein ambitioniertes Programm gegeben. Ziel des Programms ist es, digitale Forschung und Entwicklung und Gesellschaft in einen engen und aufgeklärten Dialog miteinander zu bringen.

Vier Säulen bilden die Grundlage dieses anspruchsvollen Konzepts, welches einen Bogen von der Schule über die Arbeitswelt bis zur Wirtschaft sowie gesellschaftlichen Werten schlägt.

Säule 1: Digitale Bildung in Schulen

Simulierte Welten

Schüler erleben virtuelle Realität in der Forschung

Computersimulationen und KI-Systeme sind komplex. Es ist zentral, frühzeitig Kompetenzen zu ihrem Verständnis zu entwickeln. In dem vom Land Baden-Württemberg geförderten Projekt Simulierte Welten führen Schüler bereits ab der 6ten Schulstufe eigenständig Simulationen durch und analysieren KI-Systeme. Gemeinsam mit Lehrkräften und Mitarbeitern des HLRS arbeiten sie an Projekten, die Einblicke in die Vielfalt digitaler Methoden und Technologien geben. Sie lernen, sie zu verstehen und auch ethisch zu bewerten.

Säule 2: Digitale Weiterbildung in der Arbeitswelt

Die Supercomputing-Akademie

Berufsbegleitend lernen

Berufsbegleitende Weiterbildung ist ein Schlüsselthema am HLRS. Mit dem Fachkräftemangel wächst die Notwendigkeit, Personalressourcen weiterzubilden und für die digitale Revolution vorzubereiten. Im Projekt MoeWE (gefördert vom Europäischen Sozialfond sowie dem Land Baden-Württemberg) werden Kompetenzen im Bereich High-Performance-Computing berufsbegleitend und nachhaltig vermittelt. Daraus entstand die Supercomputing-Akademie am HLRS. Diese Ambitionen wurden durch den Bau eines Weiterbildungszentrums (Einweihung 2017) als Forum der Akademie manifestiert.

Säule 3: Know-how Transfer in die Wirtschaft

SICOS-BW GmbH, Fortissimo & Excellenzzentrum für Engineering

Transfer von Simulationskompetenz in die Wirtschaft (Thyssen TKE)

Der Transfer von Simulationskompetenz in die Wirtschaft ist ein wesentliches Thema des HLRS, um Firmen im Wettbewerb zu unterstützen. Die SICOS-BW GmbH (gegründet 2011) führt mittelständische Unternehmen gezielt an das Thema Simulation heran. Um die Thematik europaweit zu verankern, werden seit 2013 im Rahmen der Fortissimo-Initiative Erfolgsgeschichten mit kleinen und mittelständischen Unternehmen ausgearbeitet. 2018 wurde ein europäisches Center of Excellence für Engineering am HLRS etabliert.

Säule 4: Gesellschaftliche Relevanz und ethische Werte

Gesellschaftspolitischer Beirat & Abt. für Philosophie

Mitglieder des Beirats beim Gründungstreffen

Gesellschaftliche Themen und Werte in die Forschung und Entwicklung einzubinden, ist ein Ziel am HLRS. Dazu hat das HLRS sich einen gesellschaftspolitischen Beirat gegeben (2018), dessen Mitglieder aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft stammen. Der Beirat unterstützt es, wichtige Themen frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus ist eine Abteilung für gesellschaftliche Fragen der Simulation am HLRS installiert worden, in der Philosophen und Soziologen gemeinsam mit Simulationswissenschaftlern Forschungsfragen verfolgen.