HLRS erhält zwei Zertifikate für Umweltschutz

11 December 2019

ISO-Zertifizierungen für Umwelt- und Energiemanagement belegen umfassende Maßnahmen des Supercomputerzentrums in Sachen ökologischer Verantwortung.

Das Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart (HLRS) legt Wert auf Nachhaltigkeit, auf Umweltschutz sowie auf ressourcenschonendes Energiemanagement und dies hat es nun schriftlich: Es hat die Zertifikate für Umweltmanagement nach ISO 14001 und mit der und für die Energiemanagementnorm nach ISO 50001 erlangt. Diese Bescheinigungen sind das Resultat mehrjähriger, intensiver Bemühungen am HLRS, ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln und zu implementieren, welches als Basis für den operativen Betrieb des Supercomputer-Zentrums sowie für seine zukünftige Ausrichtung dient.

Die international anerkannten Zertifizierungen bestätigen die mannigfaltigen Maßnahmen, die das HLRS unternommen hat, um die Auswirkungen seines Betriebs auf die Umwelt über die gesamte Organisation hinweg zu minimieren und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, in den kommenden Jahren seine Bemühungen in Sachen Umweltschutz noch weiter ausweiten zu können.

„Supercomputer haben einen sehr großen Bedarf an Energie. Das ist unvermeidbar und unbestritten“ erklärt Prof. Dr. Michael M. Resch, Leiter des HLRS. „Gerade deshalb war uns seit Jahren schon klar, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun müssen, in allen Belangen so nachhaltig wie nur möglich zu handeln. Unsere ISO 14001- und ISO 50001-Zertifizierungen bestätigen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Damit stellen wir sicher, dass das HLRS heute und auch in Zukunft als nachhaltige Ressource für die Wissenschaft, die Industrie und für alle Bereiche der Gesellschaft agieren wird.“

ISO 14001 bestätigt umfassendes Umwelt-Managementsystem

Die ISO 14001 gilt als international anerkannte Norm für Umwelt-Managementsysteme. Sie definiert Anforderungen und stellt Richtlinien für Unternehmen bereit, durch deren Befolgung Unternehmen ihr Verantwortungsbewusstsein in Sachen Nachhaltigkeit beweisen können. Durch die Zertifizierung wird bestätigt, dass umweltschonende Maßnahmen in die betrieblichen Prozesse implementiert wurden.

Für das HLRS bedeutet dies, dass ein umfassendes Nachhaltigkeitsmanagementsystem implementiert wurde, welches nicht nur Themen wie Energieverbrauch, Ressourcennutzung und -entsorgung betrifft, sondern auch die Vermeidung von jedweden Aktivitäten vorsieht, die negative Auswirkungen auf Umwelt oder Gesundheit nach sich ziehen, wie zum Beispiel:

  • Berücksichtigen von Umweltbelastungen bei allen Kaufentscheidungen
  • Verbesserung der Energieeffizienz in allen operativen Bereichen des Zentrums
  • Unterstützung fortschrittlicher und ambitionierter Forschungsarbeiten zum Zweck der Förderung der Nachhaltigkeit, insbesondere in Bereichen wie Transport, Energie und Klima
  • Reduzierung der Abfälle und Vermeidung des Einsatzes von umweltschädlichen Materialien
  • Wiederverwendung von Ressourcen, inklusive der durch den Betrieb seiner Höchstleistungsrechner entstandenen Wärme
  • Propagieren und Weitergabe von Nachhaltigkeitsoptimierungen durch Veröffentlichung der am HLRS unternommenen Anstrengungen und erzielten Erfolge im universitären Umfeld sowie innerhalb der Welt des Höchstleistungsrechnens
  • Schaffung einer Arbeitsumgebung, die die Gesundheit und das Wohlbefinden der HLRS-Mitarbeiter — und damit deren Familien — fördert

Verantwortungsvolles Handeln unter ISO 14001 am HLRS bedeutet somit, eine Arbeitskultur zu schaffen, in der Umweltschutz und Nachhaltigkeit in allen Aktionen und allen Entscheidungen auf allen Ebenen des Instituts in Betracht gezogen und gelebt werden.

ISO 50001 fördert die Optimierung des Energiemanagements

ISO 50001 ist eine weltweit gültige Norm zur Unterstützung von Organisationen und Unternehmen beim Aufbau eines systematischen Energiemanagements – in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße und seines Geschäftsgebiets. In Supercomputerzentren wie dem HLRS, die einen großen Bedarf an Energie für den Betrieb und für die Kühlung ihrer Computeranlagen haben, bedeutet dies, dass man sich zur Umsetzung von Maßnahmen verpflichtet, die den Kohlendioxidausstoß und die Nutzung von nicht-erneuerbaren Ressourcen reduziert.

Auch wenn einem Supercomputerzentrum in Punkto Energieeinsparung gewisse Grenzen gesetzt sind, hat das HLRS weitreichende Maßnahmen in Angriff genommen, um seine Energieeffizienz zu verbessern. Diese beinhalteten das Einhalten von bestimmten Vorgaben bei der Energienutzung, das Verfolgen/Dokumentieren des tatsächlichen Energieverbrauchs sowie Anpassungen in der gesamten Infrastruktur zur Optimierung der Energieeffizienz.

Umsetzung eines Langzeitziels

2014 begann das HLRS, erste konkrete Maßnahmen in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz anzugehen. Gefördert durch das Baden-Württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fiel am HLRS der Startschuss für das Projekt "Nachhaltigkeit in HPC-Zentren“, welches in Kooperation mit der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg durchgeführt wurde.

In der ersten Phase des Projektes entwickelte das HLRS ein generelles Nachhaltigkeitskonzept, führte Nachhaltigkeitsschulungen bei der gesamten Belegschaft durch und implementierte ein erstes Bündel von entsprechenden Maßnahmen. Mit einem weiteren Projekt „Nachhaltigkeit in HPC-Zentren II“ ging man ab 2017 ins Detail. Man konzentrierte sich auf die Frage, was Nachhaltigkeit für das HLRS dezidiert bedeutet und es wurde damit begonnen, die Voraussetzungen für Umwelt- und Energiezertifizierungen zu schaffen.

Das Projekt unterstützte die Entwicklung eines umfassenden Umwelt- und Energiemanagementsystems am HLRS, das eine ständige Überwachung der Umweltauswirkungen und deren Vermeidung ermöglicht. Es gibt Nachhaltigkeitsempfehlungen für die Entscheidungsfindung, schult Mitarbeiter in Bezug auf ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit und fördert den Nachhaltigkeitsgedanken an der Universität Stuttgart und in der europäischen HPC-Community.

Das Nachhaltigkeitsmanagement des HLRS kann im Detail eingesehen werden unter HLRS Nachhaltigkeitsbericht.

Christopher Williams