Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart

Hawk erhält durch Aufbereitung ein zweites Leben

Foto von leeren Computerracks im Rechenzentrum des HLRS.
Als der Hawk-Supercomputer des HLRS 2020 in Betrieb genommen wurde, debütierte er auf Platz 16 der Top500-Liste. Der Abbau startete 2024 mit dem Beginn der Installation von Hunter. Foto: HPE

Nachdem der frühere Supercomputer des HLRS außer Betrieb genommen wurde, ließen sich mehr als 90 Prozent seiner Komponenten generalüberholen und in anderen Computersystemen wiederverwenden.

Als eines der drei Bundeshöchstleistungsrechenzentren muss das HLRS sicherstellen, dass die europäische Wissenschaft und Industrie stets Zugang zu modernsten Höchstleistungsrechnern (HPC) hat. Aus diesem Grund wird etwa alle drei bis fünf Jahre ein neuer Supercomputer installiert. In der Vergangenheit wurde ein älteres System zerlegt, wertvolle Metalle ließen sich zur Wiederverwendung gewinnen und andere Komponenten landeten im Müll. Als der bisherige Flaggschiff-Supercomputer des HLRS – Hawk – Anfang 2025 außer Betrieb genommen wurde, verfolgten das Zentrum und sein Technologiepartner HPE jedoch einen nachhaltigeren Ansatz.

In einer von HPE Financial Services koordinierten Aktion wurde die Hardware von Hawk – darunter 4.096 Computerknoten, 8.192 Prozessoren und 65.536 Speichermodule – in mehreren Phasen sorgfältig demontiert. Die Komponenten wurden zum Refurbishing-Zentrum des Unternehmens im schottischen Erskine transportiert, wo die Daten sicher gelöscht und die Hardware auf ihre Funktionsfähigkeit getestet wurde. Nach dieser Prüfung konnte HPE mehr als 90 Prozent der Infrastruktur von Hawk wiederaufbereiten und verkaufen, wodurch sie bei mehreren Kunden, darunter auch in der Luft- und Raumfahrtindustrie, ein zweites Leben erhielt.

Nach der Demontage wurde Hawk zur Überholung nach Erskine in Schottland transportiert. Foto: HPE

Dieser Ansatz hatte zahlreiche ökologische und wirtschaftliche Vorteile. Laut HPE:

  • Diese Aufarbeitung vermied etwa 2.800 Tonnen CO₂-Ausstoß– das entspricht den Emissionen von 25.000 Flugstunden.
  • Rund 13,7 Tonnen Elektroschrott mussten nicht deponiert werden, was der jährlichen Elektronikschrottentsorgung von 1.700 Personen in Deutschland entspricht.
  • Diese Maßnahme führte zu Energieeinsparungen von fast 64.000 kWh, womit sich ein Elektroauto etwa 1.000 Mal vollständig aufladen ließe.

HPE berichtet, dass die Erlöse aus dem Verkauf der generalüberholten Hawk-Komponenten in operative Services reinvestiert wurden, die die Entwicklung neuer und verbesserter Hochleistungsrechnertechnologien unterstützen werden. Die Einbeziehung der Komponentenaufarbeitung in einen Prozess des Infrastruktur-Lebenszyklusmanagements bietet auch einen umwelt- und wirtschaftlich verantwortungsvolleren Ansatz zur Deckung des Hardwarebedarfs in der IT-Branche. 

Mehr erfahren

From Hawk to Hunter: Doubling Power, Cutting Energy, and Giving Tech a Second Life (HPE)