Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart

Das HLRS feiert sein 30-jähriges Jubiläum

Foto des Publikums mit Podium und Großleinwand, aufgenommen vom hinteren Teil des Raums aus.
In der Alten Reithalle in Stuttgart feierte das HLRS sein dreißigjähriges Bestehen als deutsches Bundeshöchstleistungsrechenzentrum.

Unter dem Motto „Thirty Years, One Vision“ blickte das HLRS gemeinsam mit Systemnutzer:innen, Fördergebern, und Partnern auf die Errungenschaften des Zentrums zurück – und gab einen Ausblick auf die Zukunft.

Das Jahr 1996 markierte einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte des Hoch- und Höchstleistungsrechnens (High-Performance Computing, HPC) in Deutschland, als der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel die Gründung des ersten Bundeshöchstleistungsrechenzentrums, nämlich des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart (HLRS), ankündigte. Seitdem hat sich das HLRS als Anbieter von Rechenressourcen und Fachwissen für Wissenschaft, Industrie und öffentliche Einrichtungen in Deutschland, Europa und der gesamten globalen HPC-Gemeinschaft zu einem bedeutenden Standort in der internationalen HPC-Landschaft entwickelt.

Am 9. Oktober 2026 feierten Kolleg:innen und Freunde aus dem umfangreichen Netzwerk des HLRS sein 30-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Thirty Years, One Vision“ blickten die Gäste der Jubiläumsfeier auf die Geschichte des HLRS und seine Beiträge zur europäischen und internationalen HPC-Gemeinschaft zurück und – angesichts des Aufkommens neuer Computertechnologien wie künstlicher Intelligenz und Quantencomputing – schauten auf die Zukunftsperspektiven des Zentrums voraus.

Das Event begann im Auditorium des HLRS – dem Rühle-Saal, benannt zu Ehren von Prof. Roland Rühle, dem Gründer und ersten Direktor des Zentrums. Während eines wissenschaftlichen Symposiums tauschten sich Mitglieder der HLRS-Forschungsgemeinschaft aus historischer Perspektive darüber aus, wie sich das Höchstleistungsrechnen in den letzten 30 Jahren entwickelt hat und wie zunehmend leistungsfähige Rechentechnologien zu neuen Erkenntnissen in der angewandten Wissenschaft und Technik führten. Die Vorträge befassten sich zudem mit dem derzeitigen Wandel im Supercomputing aufgrund der Integration künstlicher Intelligenz und neuer Technologien wie Quantencomputing.

Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg: „HLRS ist kein isoliertes Zentrum für Spitzenforschung, sondern eine Drehscheibe für Zusammenarbeit und Wissenstransfer.“

Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden am Abend mit einem Empfang und einem Abendessen in der Stuttgarter Reithalle, einem historischen Gebäude im Stadtzentrum, fortgesetzt. Ehrengäste gratulierten dem HLRS zu seinen Errungenschaften und drei Podiumsdiskussionen beleuchteten die Beiträge des Zentrums zur Wissenschaft, zur industriellen Innovation und zum Ausbau des Fachwissens in den nationalen und internationalen HPC-Gemeinschaften.

In ihrem Grußwort lobte Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) des Landes Baden-Württemberg, die Leistungen des HLRS und betonte, dass das Zentrum dank der jahrzehntelangen konsequenten Förderung die Zukunft weiterhin mitgestalten kann.

„Die Anwendungsbereiche für Höchstleistungsrechner erweitern sich“, sagte Ministerin Olschowski. „Unverändert bleibt unser Engagement, wissenschaftliche Exzellenz mit greifbaren Vorteilen für die Forschung, für die Wirtschaft und für die Gesellschaft insgesamt zu verbinden. Genau darin liegt eine der besonderen Stärken des HLRS. Es ist kein isoliertes Zentrum für Spitzenforschung, sondern eine Drehscheibe für Zusammenarbeit und Wissenstransfer.“

Fabian Kohler, Abteilungsleiter im BMFTR: „Das HLRS hat eindrucksvoll gezeigt, dass Höchstleistungsrechnen weit mehr ist als nur die Bereitstellung immer leistungsfähigerer Computer, sondern dass es die Schlüsseltechnologie für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die Bewältigung gesellschaftlicher Veränderungen ist.“

Dr.-Ing. Fabian Kohler, Abteilungsleiter für Mikroelektronik, Supercomputing und Robotik im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), hob die Rolle des HLRS auf nationaler Ebene als Mitglied des Gauss Centre for Supercomputing (GCS) hervor.

„Das HLRS hat eindrucksvoll gezeigt, dass Höchstleistungsrechnen weit mehr ist als nur die Bereitstellung immer leistungsfähigerer Computer, sondern dass es die Schlüsseltechnologie für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die Bewältigung gesellschaftlicher Veränderungen ist“, erklärte Kohler. „Eine zuverlässige und verfügbare Höchstleistungsrechner-Infrastruktur ist eine grundlegende Voraussetzung für wissenschaftliche Entdeckungen, technologische Innovationen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer gesamten Wirtschaft. Deshalb leistet das HLRS gemeinsam mit seinen Partnern im GCS einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas.“

Das MWK und das BMFTR waren während der gesamten Geschichte des HLRS zuverlässige Fördergeber und stellten die notwendigen Mittel und Unterstützung zur Verfügung, um dessen Auftrag zu erfüllen. Als übergeordnete Organisation des HLRS hat die Universität Stuttgart auch eine besondere Rolle in der Geschichte des Höchstleistungsrechenzentrums gespielt. Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität, lobte das HLRS als integralen Bestandteil des universitären Ökosystems und betonte, dass es für die Zukunft gut aufgestellt sei.

Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart: „Die wahre Stärke des HLRS lag nie allein in den Rechnern. Es waren die Menschen, die Partnerschaften und die Bereitschaft, über das hinauszudenken, was heute möglich ist.“

„Ich sehe, dass es bei der nächsten Generation des HLRS nicht einfach darum geht, mehr zu rechnen. Es geht wahrscheinlich darum, anders zu rechnen – intelligenter, kooperativer und nachhaltiger“, sagte Prof. Middendorf in seiner Rede anlässlich der Jubiläumsfeier. „Vor dreißig Jahren hat Stuttgart in eine Idee investiert, deren volles Potenzial damals noch nicht absehbar war. Heute können wir sehen, wohin uns diese Idee geführt hat. Und ich glaube, dass die nächsten 30 Jahre genauso spannend werden, denn die wahre Stärke des HLRS lag nie allein in den Rechnern. Es waren die Menschen, die Partnerschaften und die Bereitschaft, über das hinauszudenken, was heute möglich ist.“

Die Gäste der Jubiläumsfeierlichkeiten des HLRS kamen aus aller Welt und repräsentierten die Bereiche Wissenschaft, Industrie und öffentlicher Dienst. Damit unterstrich die Veranstaltung die Stärke des Netzwerks des Zentrums, bestätigte dessen anhaltende Bedeutung innerhalb der deutschen Hightech-Infrastruktur und zeigte, warum es nach wie vor eine wertvolle Ressource für Forschung und Innovation ist – in Deutschland, in Europa und weltweit.

— Christopher Williams

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Programm: Wissenschaftliches Kolloquium
Programm: Jubiläumsfeier
Zeitleiste: Geschichte des HLRS
Video: Stimmen aus der HLRS-Community
Buch: An der Grenzen der Berechenbarkeit — Supercomputing in Stuttgart

Fotos von der Jubiläumsfeier des HLRS

  • Publikum im Rühle Saal des HLRS
    Ein wissenschaftliches Kolloquium fand im Rühle-Saal des HLRS statt.
  • Foto des Publikums
  • Eine Frau hält ein Mikrofon in der Hand, während sie einen Vortrag hält.
    Andrea Beck (Universität Stuttgart)
  • Eine Frau spricht an einem Rednerpult vor einem Publikum, im Hintergrund ist eine große Leinwand zu sehen.
    Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, hob die Rolle des HLRS im Rahmen der IT-Strategie des Landes hervor.
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Eric Schnepf, Bastian Koller (HLRS), Marc Fischer (HPE), Tom Schneider (TRUMPF)
  • Ein Mann hält eine Rede am Rednerpult
    Michael Resch (HLRS)
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Dieter Kranzlmüller (LRZ), Martin Frank (KIT)
  • Foto eines Auditoriums mit Publikum. Ein Redner sitzt auf einem Tisch vorne im Raum.
    Das wissenschaftliche Symposium fand im Rühle-Saal des HLRS statt.
  • Foto von der Bühne und dem Publikum aus der Vogelperspektive
    Im Mittelpunkt der drei Podiumsdiskussionen standen HPC in der akademischen Forschung, HPC für die Industrie sowie die Vorteile der Zusammenarbeit innerhalb der HPC-Community.
  • Ein Mann hält eine Rede am Rednerpult.
    Jean-Philippe Nominé (CEA)
  • Zwei Männer geben sich die Hand und lachen
    v.l.n.r.: Michael Resch (HLRS), Dieter Kranzlmüller (LRZ)
  • Von Ritter Sport inspirierte Schokoladentafeln auf den Tischen im Rühle-Saal des HLRS
    "Take a byte."
  • Im Vordergrund spielt ein Streichquartett, im Hintergrund sind die Veranstaltungsteilnehmer zu sehen.
    Ein Streichquartett spielte Stücke von Mozart, Schubert und Piazzolla.
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Eric Schnepf (Moderator), Gerhard Wellen (FAU Erlangen-Nürnberg), Thomas Hauser (NCAR, im Ruhestand)
  • Ein Mann hält ein Mikrofon in der Hand, während er eine Rede hält.
    Thomas Ludwig (DKRZ)
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Eric Schnepf (Moderator), Bastian Koller (HLRS), Marc Fischer (HPE)
  • Ein Mann hält ein Mikrofon in der Hand, während er eine Rede hält, und wirft dabei einen Blick auf einen Bildschirm an der Wand.
    Matthias Meinke (RWTH Aachen)
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Eric Schnepf (Moderator), Hiroyuki Takizawa (Tohoku University), Kimmo Koski (CSC – IT Center for Science), Dieter Kranzlmüller (LRZ)
  • Foto des vollbesetzten HLRS-Rühle-Saals, aufgenommen vom hinteren Teil des Raums aus.
    Wissenschaftliches Kolloquium im Rühle-Saal des HLRS.
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Kimmo Koski (CSC – IT Center for Science), Dieter Kranzlmüller (LRZ), Martin Frank (KIT)
  • Foto des Publikums
  • Ein Mann hält eine Rede am Rednerpult.
    Hiroyuki Takizawa (Tohoku University)
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Marc Fischer (HPE), Tom Schneider (TRUMPF), Michael Junginger (Porsche)
  • In einem Hörsaal sitzt das Publikum an Tischen und lauscht einem Vortrag.
    Ein wissenschaftliches Kolloquium fand im Rühle-Saal des HLRS statt.
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Eric Schnepf (Moderator), Gerhard Wellen (FAU Erlangen-Nürnberg), Thomas Hauser (NCAR, im Ruhestand)
  • Podiumsdiskussion
    Thomas Ludwig (DKRZ)
  • Ein Mann spricht von einem Podium aus vor einem Publikum, hinter ihm befindet sich eine große Leinwand.
    Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart, hielte eine Begrüßungsrede.
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Eric Schnepf (Moderator), Hiroyuki Takizawa (Tohoku University)
  • Ein Mann hält eine Rede am Rednerpult
    Michael Resch (HLRS)
  • Ein Mann hält ein Mikrofon in der Hand, während er eine Rede hält.
    Wolfgang Nagel (TU Dresden)
  • Podiumsdiskussion
    v.l.n.r.: Thomas Hauser (NCAR, retired), Matthias Meinke (RWTH Aachen), Thomas Ludwig (DKRZ)
  • Foto von Bühne und Publikum aus der Vogelperspektive.
    Eric Schnepf, HPC-Experte und Berater der ISC Group, moderierte drei Podiumsdiskussionen.
  • Ein Redner hält am Rednerpult einen Vortrag.
    Satoshi Sekiguchi (Berater, National Institute of Advanced Industrial Science and Technology, Japan)
  • Eine Frau hält eine Rede am Rednerpult.
    Petra Olschowski (Baden-Württemberg Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst)
  • Ein Mann sitzt auf einem Schreibtisch, hält ein Mikrofon in der Hand und hält vorne im Auditorium eine Rede.
    Michael Resch (HLRS)