Am 9. Oktober 2026 feierten Kolleg:innen und Freunde aus dem umfangreichen Netzwerk des HLRS sein 30-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Thirty Years, One Vision“ blickten die Gäste der Jubiläumsfeier auf die Geschichte des HLRS und seine Beiträge zur europäischen und internationalen HPC-Gemeinschaft zurück und – angesichts des Aufkommens neuer Computertechnologien wie künstlicher Intelligenz und Quantencomputing – schauten auf die Zukunftsperspektiven des Zentrums voraus.
Das Event begann im Auditorium des HLRS – dem Rühle-Saal, benannt zu Ehren von Prof. Roland Rühle, dem Gründer und ersten Direktor des Zentrums. Während eines wissenschaftlichen Symposiums tauschten sich Mitglieder der HLRS-Forschungsgemeinschaft aus historischer Perspektive darüber aus, wie sich das Höchstleistungsrechnen in den letzten 30 Jahren entwickelt hat und wie zunehmend leistungsfähige Rechentechnologien zu neuen Erkenntnissen in der angewandten Wissenschaft und Technik führten. Die Vorträge befassten sich zudem mit dem derzeitigen Wandel im Supercomputing aufgrund der Integration künstlicher Intelligenz und neuer Technologien wie Quantencomputing.
Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden am Abend mit einem Empfang und einem Abendessen in der Stuttgarter Reithalle, einem historischen Gebäude im Stadtzentrum, fortgesetzt. Ehrengäste gratulierten dem HLRS zu seinen Errungenschaften und drei Podiumsdiskussionen beleuchteten die Beiträge des Zentrums zur Wissenschaft, zur industriellen Innovation und zum Ausbau des Fachwissens in den nationalen und internationalen HPC-Gemeinschaften.
In ihrem Grußwort lobte Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) des Landes Baden-Württemberg, die Leistungen des HLRS und betonte, dass das Zentrum dank der jahrzehntelangen konsequenten Förderung die Zukunft weiterhin mitgestalten kann.
„Die Anwendungsbereiche für Höchstleistungsrechner erweitern sich“, sagte Ministerin Olschowski. „Unverändert bleibt unser Engagement, wissenschaftliche Exzellenz mit greifbaren Vorteilen für die Forschung, für die Wirtschaft und für die Gesellschaft insgesamt zu verbinden. Genau darin liegt eine der besonderen Stärken des HLRS. Es ist kein isoliertes Zentrum für Spitzenforschung, sondern eine Drehscheibe für Zusammenarbeit und Wissenstransfer.“
Dr.-Ing. Fabian Kohler, Abteilungsleiter für Mikroelektronik, Supercomputing und Robotik im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), hob die Rolle des HLRS auf nationaler Ebene als Mitglied des Gauss Centre for Supercomputing (GCS) hervor.
„Das HLRS hat eindrucksvoll gezeigt, dass Höchstleistungsrechnen weit mehr ist als nur die Bereitstellung immer leistungsfähigerer Computer, sondern dass es die Schlüsseltechnologie für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die Bewältigung gesellschaftlicher Veränderungen ist“, erklärte Kohler. „Eine zuverlässige und verfügbare Höchstleistungsrechner-Infrastruktur ist eine grundlegende Voraussetzung für wissenschaftliche Entdeckungen, technologische Innovationen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer gesamten Wirtschaft. Deshalb leistet das HLRS gemeinsam mit seinen Partnern im GCS einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas.“
Das MWK und das BMFTR waren während der gesamten Geschichte des HLRS zuverlässige Fördergeber und stellten die notwendigen Mittel und Unterstützung zur Verfügung, um dessen Auftrag zu erfüllen. Als übergeordnete Organisation des HLRS hat die Universität Stuttgart auch eine besondere Rolle in der Geschichte des Höchstleistungsrechenzentrums gespielt. Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität, lobte das HLRS als integralen Bestandteil des universitären Ökosystems und betonte, dass es für die Zukunft gut aufgestellt sei.
„Ich sehe, dass es bei der nächsten Generation des HLRS nicht einfach darum geht, mehr zu rechnen. Es geht wahrscheinlich darum, anders zu rechnen – intelligenter, kooperativer und nachhaltiger“, sagte Prof. Middendorf in seiner Rede anlässlich der Jubiläumsfeier. „Vor dreißig Jahren hat Stuttgart in eine Idee investiert, deren volles Potenzial damals noch nicht absehbar war. Heute können wir sehen, wohin uns diese Idee geführt hat. Und ich glaube, dass die nächsten 30 Jahre genauso spannend werden, denn die wahre Stärke des HLRS lag nie allein in den Rechnern. Es waren die Menschen, die Partnerschaften und die Bereitschaft, über das hinauszudenken, was heute möglich ist.“
Die Gäste der Jubiläumsfeierlichkeiten des HLRS kamen aus aller Welt und repräsentierten die Bereiche Wissenschaft, Industrie und öffentlicher Dienst. Damit unterstrich die Veranstaltung die Stärke des Netzwerks des Zentrums, bestätigte dessen anhaltende Bedeutung innerhalb der deutschen Hightech-Infrastruktur und zeigte, warum es nach wie vor eine wertvolle Ressource für Forschung und Innovation ist – in Deutschland, in Europa und weltweit.
— Christopher Williams
Programm: Wissenschaftliches Kolloquium
Programm: Jubiläumsfeier
Zeitleiste: Geschichte des HLRS
Video: Stimmen aus der HLRS-Community
Buch: An der Grenzen der Berechenbarkeit — Supercomputing in Stuttgart